1 Anwendungsbereich TRGS 519

1 Anwendungsbereich (Originaltext)

 

(1) Die TRGS 519 gilt zum Schutz der Beschäftigten und anderer Personen bei Tätigkeiten mit Asbest und asbesthaltigen Materialien bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) und bei der Abfallbeseitigung.

 

(2) Diese TRGS gilt nicht für Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen

Rohstoffen und daraus hergestellten Gemischen und Erzeugnissen gemäß TRGS 517.

(3) Diese TRGS gilt nicht für Tätigkeiten mit anderen Faserstäuben. Für Tätigkeiten mit

alter Mineralwolle gilt die TRGS 521 „Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten

mit alter Mineralwolle“.

 

(4) Die TRGS 519 konkretisiert die allgemeinen Anforderungen zum Schutz der Beschäftigten

und anderer Personen nach der Gefahrstoffverordnung und insbesondere

deren Anhang I Nr. 2.4 „Ergänzende Vorschriften zum Schutz gegen Gefährdungen

durch Asbest“ unter Berücksichtigung des Konzeptes der Exposition-Risiko-Beziehung

für krebserzeugende Stoffe gemäß TRGS 910 „Risikobezogenes Maßnahmenkonzept für

Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen“.

 

(5) Die TRGS 910 beschreibt für Asbest:

1. eine Akzeptanzkonzentration von 10.000 Fasern/m³, die einem Akzeptanzrisiko von

4 : 10.000 entspricht und die bei Unterschreitung mit einem niedrigen, hinnehmbaren

Krebsrisiko assoziiert ist.

2. eine Toleranzkonzentration von 100.000 Fasern/m³, die einem Toleranzrisiko von

4 : 1.000 entspricht und die bei Überschreitung mit einem hohen nicht hinnehmbaren

Krebsrisiko assoziiert ist, oberhalb dessen Beschäftigte nicht exponiert werden

sollen. Die Risiken bzw. die daraus abgeleiteten Konzentrationswerte beziehen sich

auf eine Arbeitslebenszeit von 40 Jahren bei einer kontinuierlichen arbeitstäglichen

Exposition.

 

(6) Aufgrund der besonderen Gegebenheiten der gemäß GefStoffV Anhang II Nr. 1

Absatz 1 im Rahmen von Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten zulässigen

Tätigkeiten mit Asbest und den dabei anzutreffenden Faserkonzentrationen in der Atemluft

umfasst der Anwendungsbereich dieser TRGS auch Tätigkeiten, bei denen die Toleranzkonzentration

von 100.000 F/m³ i.d.R. überschritten wird. Auch für diesen Anwendungsfall

beschreibt die TRGS, mittels eines abgestuften Maßnahmenkonzepts und Persönlicher

Schutzausrüstung wie der Schutz der Beschäftigten ausreichend gewährleistet

werden kann.

 

(7) Wird von den Regelungen der TRGS abgewichen, sind zumindest gleichwertige

Schutzmaßnahmen zu treffen und deren Wirksamkeit im Einzelfall nachzuweisen. Die

Abweichung ist in der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung zu begründen.